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  • Luzia Cattin

Sugar free

Gestern durfte ich für ein Radio-Interview drei Musik-Titel aus dem Bereich Rock/Country auswählen. Meine erste Wahl war Amazing von Aerosmith. Das Lied handelt vom Drogenentzug. Das war jedoch nicht der Grund warum mir dieses Lied in den Sinn kam, es hatte eher nostalgische Gründe, auf diese ich jetzt nicht genauer eingehen werde.

Jedoch meinte mein Sohn: Mami diese Lied passt zu deinem Leben.


Ich kann mich noch genau an den Tag Ende Juni 2015 erinnern, als meine neue Naturheilärztin zu mir sagte, wenn sie ihre rheumatischen Beschwerden in den Griff bekommen wollen und wieder gesund werden möchten, verzichten sie ab sofort auf industriell gefertigten Zucker. Es war vier Tage bevor ich mit meiner Familie in die Ferien in ein All-Inclusive Hotel nach Mallorca flog. Für mich gab es nur eine Option, ich wollte wieder schmerzfrei Leben können. Zu diesem Zeitpunkt war es für mich keine Option mehr, mich schulmedizinisch, d.h. mit Schmerzmitteln, behandeln zu lassen. Während einem Jahr hatte ich es auf diesem Weg versucht. Meine Schmerzen wurden nicht weniger, sondern immer mehr und ich wurde immer schwächer.

So kippte ich an diesem besagten Tag in meinem Gehirn einen Schalter um und Zucker war von da an tabu.

Es war für mich nicht einfach, denn ich war süchtig nach Zucker. Wenn ich Schokolade ass, war es nicht nur eine Reihe sondern eine ganze Tafel. Wenn es Dessert gab & eines oder zwei übrig waren, kannst du sicher sein, dass ich es noch aufgegessen habe.

Ja und so flogen wir Anfang Juli 2015 nach Mallorca. Damit ich vom Check-In zum Gate gelang, bat ich meinen Mann einen Rollstuhl zu organisieren. Ich war zu diesem Zeitpunkt so schwach und von Schmerzen geplagt, dass ich nicht mehr so lange Strecken laufen konnte.

Wir hatten ein tolles Hotel direkt am Meer. Zu Abendessen ging es in den Speisesaal. Wenn du schon einmal in einem All-Inclusive Hotel warst, kannst du dir vielleicht vorstellen, was für ein grosses tolles Dessertbuffet sich mir präsentierte. So bin ich während 10 Tagen morgens, mittags und abends an diesem schön präsentierten Buffet mit süssen Köstlichkeiten vorbei gewandelt. Ich konnte der Versuchung widerstehen. Nicht ein einziges Mal habe ich vom Dessertbuffet genascht.

Nach diesen zehn Tagen wusste ich, dass ich es geschafft habe, ich war "sugar free".


Ein Zucker Entzug ist in etwa, wie aufhören zu Rauchen oder auf Kaffee zu verzichten. Die ersten drei Tage sind ausschlaggebend. In der Anfangs Zeit musste ich sehr strikt und konsequent sein, damit sich der Körper, die Geschmacksnerven und vor allem der Darm umstellen kann.


Welche Süsse ich mir erlaube:

Datteln, Feigen, Früchte, Schweizer Honig & Kokosblütenzucker, Steviablätter. Alles Süsstoffe die den Darm nicht belasten. (keine künstlichen Süssstoffe, auch kein Birkenzucker und anderen Ersatzprodukte)

Alle Industriell gefertigten Lebensmittel habe ich unter die Lupe genommen und ich weiss heute ganz genau, wo versteckt Zucker enthalten sein kann.

Hier nur ein paar Beispiele: um Lachs zu konservieren, in den Teebeuteln, Bouillonextrakte, Natur-Joghurts sowie in den meisten Fertigprodukten. Es gibt auch versteckte Zucker wie Dextrose, Malzextrakt, Maissirup u.v.m.


Heute, sechs Jahre später, bin ich schmerzfrei und ich lebe nach wie vor mehr oder weniger zuckerfrei. Ich weiss, wenn ich wieder anfangen würde, dass ich schnell wieder in der Sucht gefangen wäre. Ich stelle es mir in etwa so vor, wie bei einem trockenen Alkoholiker. Der Körper vergisst nie.

Heute weiss man, dass ein gestörtes Gleichgewicht der Darmflora einen grossen Einfluss auf die Gesundheit und auf das Immunsystem hat. Zu diesem Thema schreibe ich gerne ein andermal mehr.


Etwas toleranter bin ich in der Zwischenzeit geworden. Ich gönne mir ab und zu ein Apfelschorle und ich süsse zusätzlich mit Ahornsirup. Mein geschultes Körperbewusstsein gibt mir heute Signale, wenn es genug ist.


Wenn du tiefer in das Thema "sugar free" eintauchen möchtest, gibt es immer mehr Literatur dazu. Ein Buch dass mich damals unterstütz hat, um besser zu verstehen, welchen Einfluss der Darm auf meine Gesundheit hat, ist das Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders, Ulli Stein Buchverlag.


Es war nicht der Zuckerverzicht alleine, der mich wieder gesund gemacht hat. Jedoch war es ein grosser Antreiber, dass wenn ich es schaffe auf Zucker zu verzichten, noch viel mehr im Leben möglich ist.


Wenn dir mein Artikel gefallen hat, freue ich mich auf dein Feedback. Wenn du gerne auf Zucker verzichten möchtest und dabei Unterstützung möchtest, begleite ich dich gerne.


Bis bald. Herzlichst Luzia



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